Neuer Schatten auf grüner Lunge

Sommerspaß im Fredenbaumpark

Der dritthöchste PCB-Wert des Jahres 2009 auf Dortmunder Stadtgebiet wurde im Fredenbaum gemessen, direkt an der Ranger Station. Die ist keine 50 Meter von der Liegewiese entfernt, auf der im Sommer kein Platz mehr frei ist. Gleich dahinter liegt der Mendespielplatz, ein Paradies für Kinder. Ein Aufschrei der Sorge folgte. „Im Grunde genommen kann ich da kein Kind mehr spielen lassen”, schwante Hans-Peter Hoffmann, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Fredenbaumpark.

Das Landesumweltamt beruhigte: „Spielende Kinder können nicht soviel Kontamination aufnehmen.” Eine Gesundheitsgefährdung liege wohl nicht vor. Doch damit gab sich die Stadt Dortmund nicht zufrieden. Sie ließ Bodenproben ziehen. Zehn Zentimeter grub sich der Bohrstock des Bochumer Labors Wessling in den Boden. Sandproben wurden nicht genommen, da eine PCB-Verbreitung dort „unwahrscheinlich“ sei.

Den vorgelegten Messergebnissen zufolge sind die untersuchten Böden im Fredenbaum sauber. „Die PCB-Gehalte sämtlicher Bodenanalysen liegen unterhalb der Nachweisgrenze“, sagte ein Stadtsprecher. Alle bodenschutzrechtlichen Prüfwerte würden – wie bereits im Februar 2009 und im März 2010 – „deutlich unterschritten“.

Jüngere Messergebnisse des Landesumweltamtes trüben das Bild. Im Staub am Südrand des Fredenbaums stiegen die Werte der besonders giftigen dioxinähnlichen PCB von einem auf den anderen Monat um mehr als das 20-fache, die Konzentrationen anderer PCB-Gemische gar um mehr als das 80-fache.